Wie bewegen wir uns morgen im Sulinger Land? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bürgerdialog der SPD Sulinger Land, zu dem rund 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam über Herausforderungen im Straßenverkehr, im Radverkehr sowie im öffentlichen Personennahverkehr zu sprechen und konkrete Verbesserungsvorschläge für die Region zu entwickeln.

Nach einer kurzen Einführung durch Volker Wall, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, entwickelte sich schnell ein offener und konstruktiver Austausch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schilderten ihre persönlichen Erfahrungen und machten deutlich, an welchen Stellen aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht.

Franziska und Marc, die täglich ihren Arbeitsweg zu den Delme-Werkstätten zurücklegen, berichteten von einer Gefahrenstelle nahe der Bahngleise. Dort endet der Fußweg unvermittelt, sodass Fußgängerinnen und Fußgänger gezwungen sind, ein Stück auf der Fahrbahn weiterzugehen. Gerade für Menschen mit Einschränkungen sei diese Situation unübersichtlich und verunsichernd.

Auch die Sicherheit von Schulkindern spielte eine zentrale Rolle. Leon Melloh machte auf die Verkehrssituation im Bereich des „Fladders“ aufmerksam, wo es insbesondere morgens regelmäßig zu gefährlichen Situationen komme. Ergänzend kritisierte Bente Kollhorst die langen Wartezeiten an der Ampelanlage, bei der Fußgängerinnen und Fußgänger teilweise mehrere Minuten auf Grün warten müssten. Für die neue Grundschule im Sulinger Westen sprachen sich viele Anwesende für die Einrichtung einer Ampelanlage aus, um den Schulweg sicherer zu gestalten.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Sulingen. Tom Miklis, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Landkreis Diepholz, stellte Ideen zur Weiterentwicklung des Busbahnhofs vor. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere eine bessere Überdachung aller Bussteige, die Verlegung der Fahrradboxen sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit, Sauberkeit und Barrierefreiheit. Die vorgestellten Vorschläge stießen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern auf große Zustimmung und wurden als wichtiger Schritt für einen modernen und attraktiven öffentlichen Nahverkehr in Sulingen bewertet.

Auch der Radverkehr wurde intensiv diskutiert. Michael Wegener und Hartmut Berndt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zogen eine überwiegend positive Bilanz zur Fahrradstraße in der Langen Straße. Die Aufenthaltsqualität habe sich verbessert und der Autoverkehr sei deutlich langsamer geworden. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass es weiterhin Aufklärungsbedarf gebe, da E-Bikes und E-Scooter häufig verbotswidrig die Gehwege nutzen. Hier seien Information, gegenseitige Rücksichtnahme und Aufklärung wichtige Bausteine für mehr Verkehrssicherheit.

Auch aus den Ortsteilen wurden konkrete Anliegen eingebracht. Eine Bürgerin aus Vorwohlde schilderte die aus ihrer Sicht zu hohen Geschwindigkeiten auf der Kreisstraße. Besonders das Queren der Fahrbahn oder das Einbiegen in die Kreisstraße sei aufgrund der langgezogenen Kurve oftmals gefährlich. Sie sprach sich deshalb für verstärkte Geschwindigkeitskontrollen aus.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde über das seit Ende vergangenen Jahres eingeführte Anruf-Sammel-Taxi (AST)diskutiert. Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirats begrüßten das Angebot grundsätzlich, kritisierten jedoch die derzeitigen Nutzungsmöglichkeiten. Nach Ansicht vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer reicht das bestehende Angebot nicht aus, um insbesondere älteren Menschen oder Familien innerhalb der Kernstadt eine echte Alternative zum eigenen Auto zu bieten.

Volker und Wiebke Wall erinnerten in diesem Zusammenhang an den bereits 2021 eingebrachten Antrag der SPD-Stadtratsfraktion. Ziel sei es gewesen, das AST so auszugestalten, dass neben Fahrten zwischen Kernstadt und Ortschaften auch Arzt-, Einkaufs- oder Alltagsfahrten innerhalb Sulingens möglich werden. Nach Auffassung der SPD besteht hier weiterhin deutlicher Verbesserungsbedarf.

Der Bürgerdialog hat einmal mehr gezeigt, wie groß das Interesse der Menschen an einer zukunftsfähigen Mobilität im Sulinger Land ist. Zahlreiche Hinweise, Ideen und Anregungen wurden aufgenommen und fließen nun in die politische Arbeit der SPD Sulinger Land ein.

Für die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten steht fest: Gute Verkehrspolitik entsteht dort, wo Politik den Menschen zuhört und gemeinsam mit ihnen Lösungen entwickelt. Denn Mobilität bedeutet Lebensqualität – und die beginnt direkt vor unserer Haustür.