Bürgerdialog zur Gesundheitsversorgung: Gemeinsam Ideen für die Zukunft entwickeln
Wie sichern wir die medizinische Versorgung im Sulinger Land auch in Zukunft? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bürgerdialog der SPD Sulinger Land, zu dem zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger gekommen waren. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das geplante Zentralklinikum in Borwede, sondern vor allem die Frage, welche Auswirkungen die Veränderungen auf die Menschen im Sulinger Land haben und welche Lösungen bereits heute angestoßen werden müssen.
Als Gastreferent begrüßte die SPD Sulinger Land Siegfried Stolz-Wagner, ehemaligen Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland. In seinem Fachvortrag zeigte er auf, wie sich das Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren verändert hat. Immer weniger Ärztinnen und Ärzte entscheiden sich für eine eigene Praxis, während Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und angestellte Beschäftigungsverhältnisse zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig verschärft sich insbesondere im ländlichen Raum der Mangel an Haus- und Fachärzten.
Anschließend stellte Volker Wall, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Sulinger Stadtrat, verschiedene Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung vor. Diskutiert wurden unter anderem ein kommunal unterstütztes Medizinisches Versorgungszentrum, regionale Gesundheitszentren, der verstärkte Einsatz telemedizinischer Angebote sowie neue Kooperationsformen zwischen Ärzteschaft, Kommunen, Landkreis und Kassenärztlicher Vereinigung. Für die SPD ist klar: Die Zukunft der Gesundheitsversorgung entscheidet sich nicht allein mit dem Bau des Zentralklinikums in Borwede, sondern ebenso im Sulinger Land.
Für große Überraschung sorgte eine Information, die vielen Anwesenden bislang nicht bekannt war: Nach derzeitiger Planung soll mit der Schließung des Krankenhausstandortes Sulingen auch das bestehende Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) nach Borwede verlagert werden. Viele Besucherinnen und Besucher reagierten darauf überrascht und teilweise schockiert. Schnell wurde deutlich, welche Bedeutung das MVZ für die wohnortnahe ambulante Versorgung hat und wie wichtig es ist, frühzeitig tragfähige Lösungen für die Zeit nach der Klinikschließung zu entwickeln.
In der anschließenden Diskussion brachten die Teilnehmenden zahlreiche Ideen und Fragen ein. Einigkeit bestand darüber, dass das neue Zentralklinikum Chancen für eine moderne stationäre Versorgung bietet. Gleichzeitig wurde aber betont, dass eine gute Gesundheitsversorgung weit mehr umfasst als ein Krankenhaus. Hausärzte, Fachärzte, ambulante Angebote und kurze Wege bleiben gerade im ländlichen Raum unverzichtbar.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie groß das Interesse der Menschen an diesem Thema ist. Die SPD Sulinger Land nimmt aus dem Bürgerdialog einen klaren Auftrag mit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gemeinsam mit dem Landkreis, der Kassenärztlichen Vereinigung, den Ärztinnen und Ärzten sowie der Kommunalpolitik konkrete Lösungen zu entwickeln, damit Sulingen auch künftig ein starker Gesundheitsstandort bleibt.
Der Bürgerdialog war dabei kein Schlusspunkt, sondern der Beginn eines fortlaufenden Austauschs. Die SPD Sulinger Land wird das Thema weiterhin aktiv begleiten und die Bürgerinnen und Bürger über die weiteren Entwicklungen informieren. Denn eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung gelingt nur gemeinsam – mit den Menschen vor Ort und für die Menschen vor Ort.